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Was ist TCM? TCM und Schulmedizin - TCM Wissen & Lehre
Was ist TCM? Eine Erläuterung rund um den Begriff TCM - Traditionelle Chinesische Medizin und welche Rolle diese heute in der Schulmedizin spielt.
Was ist TCM
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Was ist TCM? TCM und Schulmedizin

Was ist TCM

Was ist TCM? TCM und Schulmedizin

Wer sich noch nie mit Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) beschäftigt hat, mag hinter einem TCM Arzt eine merkwürdige Komposition aus abgehobenem Esoteriker oder Räucherstäbchen-schwingendem Fantasten vermuten. Dieser kurze Artikel zielt darauf ab, ein wenig Klarheit in den Nebel dieses weiten Begriffs zu schaffen.

 

Was ist TCM – Traditionelle Chinesische Medizin

 

Medizin in China

Tatsächlich ist die TCM eine jahrtausendalte Behandlungsmethode, die in China nach wie vor in sehr vielen Krankenhäusern neben der westlichen Schulmedizin Anwendung findet. Sie ist ein fester Bestandteil des Krankenhausalltags. Bei vielen Beschwerden ist die Schulmedizin überlegen, bei anderen können mit der TCM größere Erfolge erzielt werden und bei nicht wenigen macht genau die Kombination aus diesen komplementären Systemen die größte Wirkung aus. Beide Systeme greifen wie selbstverständlich ineinander über und auch äußerlich lassen sich Ärzte der Schulmedizin von denen der TCM nicht unterscheiden.

 

TCM in Deutschland

Blicken wir in die westliche Welt: Hier erfreut sich die Medizin aus China immer größerer Beliebtheit. Viele Patienten fühlen sich mit ihren Beschwerden von der Schulmedizin allein gelassen und können oft nach einem jahrelangen Ärztemarathon erstmalig durch die TCM Linderung ihrer Symptome erfahren. Auch die Studienlage wird durch eine wachsende Zahl an wissenschaftlichen Arbeiten immer besser. Nicht zuletzt hierdurch steigt auch das Interesse der Ärzte, diese alte Heilkunst zu erlernen und in ihren Arbeitsalltag zu integrieren.

 

TCM in der Praxis

Doch was genau macht man überhaupt als TCM-Arzt? Grundsätzlich besteht die Chinesische Medizin aus den fünf Säulen Akupunktur, Arzneimitteltherapie, Diätetik, Tuina und Qigong/ Taiji.

Beim Erstgespräch erfolgt eine sehr ausführliche Anamnese, die weit über die Anamnese in der Schulmedizin, bei der meist nur die Kernprobleme im Mittelpunkt stehen, hinausgeht. So wird der Patient auch nach Schlafgewohnheiten, Ernährungsweise oder seelischer Gesundheit gefragt. Auch die Diagnostik von Zunge und Puls ist ein fester Bestandteil der Untersuchung.

Entsprechend der Konstitution jedes einzelnen Patienten wählt der Arzt aus mehr als 360 unterschiedlichen Akupunkturpunkten die passenden Punkte zur Behandlung aus. Bei der Akupunktur wird mit sehr feinen Nadeln der Energiefluss unter der Haut beeinflusst. Des Weiteren stimmt der Arzt eine sorgsam ausgewählte Arzneitherapie auf jeden einzelnen Patienten ab. Zur Auswahl stehen hierbei mehr als 350 Pflanzenbestandteile. Diese sind hauptsächlich Rinden, Wurzeln, Blüten oder Blätter, welche unterschiedliche Wirkungen besitzen. So kann die Wurzel von ein und derselben Pflanzen eine ganz andere Wirkung haben als die Blüte.

Auf weiteren Wunsch des Patienten können eine diätetische Beratung, manuelle Therapie (Tuina) oder Anleitungen für Qigong-Übungen stattfinden.

Durch die TCM erschließen sich dem Arzt auf einmal Zusammenhänge vieler unterschiedlicher Symptome, mögen sie auf den ersten Blick noch so diffus sein und sich scheinbar nicht vereinbaren lassen. Ein völlig anderer Blickwinkel auf den menschlichen Körper, neue, aber dennoch bewährte Erklärungsansätze sowie ein zusätzliches Portfolio an Therapiemöglichkeiten sind von enormem Nutzen in der eigenen Praxis. Die Chinesische Medizin in seinen Arbeitsalltag zu integrieren, ist nämlich nicht nur für den Patienten sinnvoll, sondern macht auch wirklich Spaß.

 

Unsere Autorin:

Unsere Autorin dieses Artikels – Alina Kronwitter – hat ihr Medizinstudium abgeschlossen und studiert aktuell im 3. Semester den Masterstudiengang Traditionelle Chinesische Medizin an der TU-München.
Alina gibt in unserem TMC Journal regelmäßig Einblicke und Erfahrungsberichte über ihr TCM Studium als Ärztin.